Für jeden Materialstrom einen Verarbeitungsweg wählen
Ein Anguss aus jedem Spritzgießzyklus und ein Behälter voller Ausschussteile stellen unterschiedliche Aufgaben für die Beschickung dar. Trennen Sie diese zunächst im Layoutplan. Erfassen Sie Kunststofftype, Füllstoffe, Farbe, vollständige Bauteilabmessungen und die Stärke an der dicksten Stelle. Eine Schneidmühle, die einen Anguss aufnehmen kann, eignet sich möglicherweise nicht für ein Ausschussteil von derselben Spritzgießmaschine.
Die entscheidende Frage lautet: Wo lässt sich jeder eindeutig zugeordnete Materialstrom sammeln, vermahlen und mit möglichst wenigen unnötigen Transporten weitergeben? Der Standort allein verhindert keine Verunreinigung. Die Materialzuordnung muss beim Sammeln, Vermahlen und Wiedereinsetzen durchgehend erhalten bleiben.
Welche Bedingungen sprechen für welches Layout?
| Bedingung im Betrieb | Maschinennahe Vermahlung | Zentrale Mahlstation |
|---|---|---|
| Regelmäßig anfallende Angüsse aus einem festgelegten Spritzgießauftrag | Ein kurzer Weg direkt an der Maschine ist ein sinnvoller Ausgangspunkt. | Prüfen, wenn Sammeln und zeitlich geplantes Vermahlen besser zur Produktion passen. |
| Restmaterial von mehreren Spritzgießmaschinen | Ausgewählte Materialströme bei Bedarf vor Ort belassen. | Getrennte, gekennzeichnete Chargen und ihre Verarbeitungsreihenfolge planen. |
| Gelegentlich anfallende größere Ausschussteile | Getrennt von der normalen Angussbeschickung bewerten. | Einen gesondert spezifizierten Verarbeitungsweg vorsehen; ein zentraler Standort belegt keine Maschineneignung. |
| Häufige Material- oder Farbwechsel | Das Leeren und Reinigen des lokalen Sammel- und Rückführwegs berücksichtigen. | Getrennte Lagerung, Chargenplanung und Reinigung der gemeinsam genutzten Mühle bei Materialwechseln berücksichtigen. |



Beschickung auf den Materialanfall abstimmen, nicht nur auf die Tagesmenge
Bewerten Sie bei der maschinennahen Lösung den vollständigen Anguss und die vorgesehene Beschickungsart zusammen mit dem Spritzgießzyklus. Berücksichtigen Sie neben der normalen Produktion auch Anfahrmaterial und Ausschussteile. Selbst bei einem regelmäßigen Zyklus kann eine unregelmäßige Beschickungsaufgabe entstehen, wenn angesammeltes Material auf einmal bereitgestellt wird.
Erfassen Sie für eine zentrale Station die Chargenmenge, Anlieferhäufigkeit und verfügbaren Verarbeitungsstunden. Dieselbe Tagesmenge in einzelnen Chargen stellt eine andere Aufgabe dar als Teile, die über die gesamte Schicht hinweg anfallen. Planen Sie wartendes Material, kontrollierte Beschickung und den Abtransport des Mahlguts mit ein. Die Schneidmühle lässt sich nicht isoliert betrachten.



Ein kombiniertes Layout kann sich nach dem Material richten
Betrachten wir einen hypothetischen Betrieb mit zwei Spritzgießmaschinen, die unterschiedliche Kunststofftypen verarbeiten. An einer fallen regelmäßig kleine Angüsse an, an der anderen gelegentlich Ausschussteile, die gesondert bewertet werden müssen. Belassen Sie den ersten Angussstrom an seiner Maschine, wenn Beschickung und vorgesehener Wiedereinsatz zum Auftrag passen. Sammeln Sie den anderen Materialstrom in gekennzeichneten Behältern und verarbeiten Sie ihn nach Zeitplan an einer gesondert spezifizierten Station. Halten Sie beide Materialien getrennt.
Dieses Beispiel zeigt eine Aufteilung der Verarbeitungswege nach Aufgabe. Es setzt weder eine Schneidmühle an jeder Spritzgießmaschine noch den Transport sämtlichen Restmaterials in einen einzigen Raum voraus. Bei größeren Ausschussteilen müssen Abmessungen und Schneidanforderungen weiterhin geprüft werden. Massive Spülkuchen können einen anderen Zerkleinerungsweg erfordern.
Vollständige Angebote auf derselben Grundlage vergleichen
Verwenden Sie für beide Angebote dieselbe Materialbeschreibung, dieselben Betriebsstunden und dieselbe benötigte stündliche Verarbeitungsmenge. Definieren Sie davon getrennt die erforderliche Mahlgutqualität, einschließlich der für den Folgeprozess benötigten Korngröße und Sauberkeit. Fragen Sie, welches Material, welche Beschickungsart, Schneidkonfiguration und Austragslösung der jeweils angebotenen Durchsatzleistung zugrunde liegen.
Vergleichen Sie den gesamten Weg: Sammelbehälter, Transport, Wartefläche, Beschickung, Mahlgutsammlung und Ziel des Mahlguts. Zeigen Sie neben der Stellfläche der geschlossenen Maschine auch Bedienerzugang sowie Reinigungs- und Wartungsflächen. So werden fehlende Ausrüstung und Handhabungsschritte vor dem Preisvergleich sichtbar.
Legen Sie fest, wie Mahlgut gekennzeichnet und für den Produktionseinsatz freigegeben wird. Ein Rückführanschluss bestimmt keinen zulässigen Wiedereinsatzanteil. Dieser hängt vom Material und den Anforderungen an das fertige Bauteil im tatsächlichen Spritzgießprozess ab. Halten Sie ungeeignetes oder noch nicht geprüftes Material vom freigegebenen Rückführstrom fern.
Wie die Katalogbeispiele von RHONG einzuordnen sind
Der RHONG-Katalog zu RG-16R / RG-21R beschreibt einen maschinennahen Verarbeitungsweg für kleine Angüsse und kleine Ausschussteile mit manueller oder robotergestützter Beschickung.
Der Katalog zu RG-26GQ / RG-36GQ beschreibt die zentrale Vermahlung in einer eingehausten Maschine. Diese beiden veröffentlichten Anwendungsbeispiele dienen als Einstieg in die Anlagenbesprechung; sie beschreiben kein vollständiges Fördersystem für den Betrieb.
Nutzen Sie den Leitfaden zur Auswahl einer Kunststoff-Schneidmühle, um die Anforderungen für den Maschinenvergleich zusammenzustellen. Der Vergleich von Schneidmühlen mit und ohne Sieb behandelt die separate Entscheidung zur Schneidtechnik. Senden Sie RHONG Ihre Materialliste und Ihren Layoutplan, um den Ausrüstungsumfang zu besprechen.
Quellen
Hinweise zu Beschickung und Installation: Conair, Granulating Scrap Successfully, sowie WITTMANN, How to feed a beside-the-press granulator with sprues (Seiten 8–9). Die Schaubilder und das Betriebsbeispiel dienen der Erklärung; sie sind weder Installationsnachweis noch Leistungstest.
